Stippvisite an der Oberfläche

Kann man sich in zwei Tagen in eine Stadt verlieben? Aber sicher! Als ich im Mai 1998 erstmals nach Chiang Mai kam, konnte ich nicht ahnen, dass ich dort einmal leben würde. Liebe auf den ersten Blick also? Nicht mal im Ansatz. Ich war noch immer angefixt von den Tagen zuvor in Bangkok. Vom sinnlich-verführerischen Chaos in Thailands Hauptstadt – auf das Lanna-Kulturprogramm in Chiang Mai reagierte ich eher apathisch.

Fußball-Bundesligist Bayer 04 Leverkusen gastierte zu einem Freundschaftsspiel in der Stadt, ich gehörte zum journalistischen Begleittross. Wie immer, wenn Bayer, ob Unternehmen oder Klub, eine Reise organisierte, war alles vom Feinsten. Kulturprogramm, Ausflüge, Quartier.

Chiang Mai Airport um die Jahrtausendwende

Der Internationale Flughafen von Chiang Mai duckt sich auch heute noch an den Fuß des Suthep-Berges und ist nur zehn Autominuten vom Zentrum entfernt. Airport und Stadt sind selbstbewusst genug, um sich nicht größer zu machen als sie sind. Charme schlägt Masse.

Das Thapae-Stadttor im Zentrum Chiang Mais (Foto: Akyra)

Wir kamen gegen Abend an und fuhren mit dem Bus am Stadtgraben entlang, der die Altstadt umzingelt. Außer den Resten der alten Stadtmauer sahen wir wenig, denn schon bald bogen wir ab in Richtung Norden. Unser Quartier lag im Vorort Mae Rim. In die Stadtmitte hätte das Resort nicht gepasst – es brauchte Raum.

Ein bisschen Luxus

Das Regent Resort (Foto B. Linnhoff)

Wir wurden vom Elefantengott Ganesh begrüßt (s. Titelbild) und wohnten zwei Tage in der weitläufigen und wunderschönen Anlage des Regent-Resorts – so hieß es von 1995 bis 2003.

Im Regent 1998

Foto B. Linnhoff

2003 wechselte der Betreiber, seither firmiert das Resort unter Four Seasons. Einiges hat sich seither geändert, manches auch nicht. Die Haut der Arbeitsbüffel tendiert immer noch zum leisen Rosa.

Im Four Seasons heute

Foto B. Linnhoff

Das Camp der Elefanten

Foto B. Linnhoff

Nahe Chiang Mai besuchten wir ein Elefantencamp – noch wurde das Für und Wider des Elefantenreitens nicht diskutiert. Es war erst neun Jahre her, seit Thailands Regierung ein Holzschlagverbot ausgesprochen hatte, um die Waldfläche des Landes nicht weiter zu dezimieren. Von einem Tag auf den anderen verloren die Arbeitselefanten 1989 ihren Job; ihr Futter mussten sie fortan als Bettler in den Städten verdienen – oder eben im Tourismus.

Nur die Fotografen Andreas Pohl (BILD) und Axel „Schnecke“ Diedge (Express Köln) vernachlässigten die Tiere; sie folgten vielmehr den Spuren von Bayer-Manager Reiner Calmund (im Bild rechts), der wie üblich für jeden Gag zu haben war.

Foto B. Linnhoff

Lanna-Küche wichtiger als Lanna-Tänze

Vom Hochsitz schaut Calli auf Rudi herab (Foto B. Linnhoff)

Die Blütezeit des Königreichs Lan Na („Millionen Reisfelder“) und seiner Hauptstadt Chiang Mai datiert vom 15. Jahrhundert, doch sie prägt bis heute die kulturelle Identität der Stadt und wird sorgfältig gepflegt.

Foto: Thaiweb

Doch als in der Wolle gefärbter Kulturbanause verfolgte ich die Lanna-Tänze am Abend in Chiang Mai mit marginalem Interesse; erst die anschließend gereichten Speisen nordthailändischer Provenienz beendeten meine Lethargie.

Nächster Halt: Phuket

Gewohnt professionell beendete Leverkusens Mannschaft beendete die Saison mit dem 2:0 gegen die Thai Farmer`s Bank im „Stadion zum 700. Geburtstag“. Danach flog das Team umgehend zurück in die Heimat. Die sportliche Führung mit Jürgen von Einem, Christoph Daum, Reiner Calmund und Rudi Völler aber blieb ebenso in Thailand wie die mitgereisten Fans und Medienvertreter. Denn der Höhepunkt des Trips stand noch aus: Eine Woche im Amanpuri Resort auf Phuket.

Bye, bye Chiang Mai (Foto B. Linnhoff)

Folgt: Thailand erleben (8) – Das Amanpuri auf Phuket